Tierische Therapeuten – Einsatz bei Behinderung und Demenz

Sie heißen Bandit, Rudi oder Tascha und helfen meist schon mit ihrer bloßen Anwesenheit. Kinder oder alte Menschen, mit Behinderung oder Demenz – sie alle profitieren von den tierischen Therapeuten.

Foto: Therapiehund Bandit
Therapiehund Bandit ganz entspannt auf der REHACARE 2010

Schwarz-weiß gefleckt und 75 Kilogramm schwer – so lernte ich vor ein paar Jahren Therapiehund Bandit auf der REHACARE in Düsseldorf kennen. Auch wenn es auf den ersten Blick vielleicht nicht so wirken mag, so ist er doch ein ganz Sanfter. Susanne Kaiser sorgt dafür, dass Bandit bei hundeaffinen Patienten zur Verbesserung des Gesundheitszustandes beiträgt. Sowohl Kinder mit einer Autismus-Spektrum-Störung als auch mit Spastiken oder im Wachkoma gehören zu ihren Patienten. Die Therapieansätze sind individuell auf die jeweiligen Bedürfnisse abgestimmt. Die einzelnen Sinne des Menschen ermöglichen in der Regel einen sinnlichen sowie emotionalen Zugang zu dem Therapeuten mit der kalten Schnauze.

Der richtige Riecher für Diabetes

Hunde sind nicht nur Therapeuten, sie können auch eine gute Unterstützung im Alltag sein. Sogenannte Diabetes-Spürhunde beispielsweise können nach einem gewissen Training eine drohende Unterzuckerung ihres Menschen erkennen, meist noch lange bevor der Patient sie selbst bemerkt. Dann kratzen sie mit der Pfote an ihren Besitzern und haben oft auch schon eine kleine Stofftasche mit Traubenzucker dabei. Ähnliche Fähigkeiten Warnzeichen zu erkennen, wurden auch schon Epilepsie-Warnhunden attestiert. Grundsätzlich gilt in diesen Fällen allerdings, dass die Tiere lediglich als Unterstützung angesehen werden sollten. Die Verantwortung liegt aber nach wie vor bei den Menschen.

Bis heute wurde übrigens noch nicht eindeutig erforscht, warum und wie genau die Hunde herausfinden, ob eine Unterzuckerung vorliegt. Es gibt allerdings eine irische Studie aus dem Jahr 2009, die besagt, dass die Tiere Veränderungen im Geruch des Atems und des Schweißes der Diabetiker wahrnehmen. Außerdem könnte eine Reaktion auf eventuelle Muskelzuckungen, vor allem im Bereich der Augen, und weitere optische Anzeichen ebenfalls nicht ausgeschlossen werden.

Schwein gehabt…

Doch egal ob zur Unterstützung oder als Therapiehelfer – es müssen nicht immer nur Hunde sein. Denn gerade für ältere Menschen mit Demenz darf es auch deutlich borstiger zugehen.

Borsten? Ganz genau. Auch wenn Demenzpatienten gut auf Hunde reagieren, sprechen viele von ihnen ebenso gut auf Hausschweine an. Denn die Nutztiere gehörten in ihrer Jugend in der Regel zum Alltag. Schweine verbinden sie daher direkt mit ihrer erlebten Vergangenheit. Der Kontakt mit diesen Tieren lässt bei dementen Personen oft Erinnerungen aufleben, die längst vergessen schienen. Der direkte, körperliche Kontakt mit den borstigen Tieren weckt Emotionen und mobilisiert die Menschen.

Tierisch beste Freunde…

Auch wenn viele Ansätze mit Tieren nicht wissenschaftlich belegt sind und deswegen gerne angezweifelt werden, steht eines doch fest: Tiere haben auf viele Menschen eine beruhigende Wirkung. Sie sorgen für Entspannung und können Kommunikationsbarrieren lösen – egal ob Pferd, Hund oder Schwein.

Logo: Gemeinsam stark

Mit diesem Beitrag nehme ich an den #GemeinsamStark-BloggerThemenTagen von Quergedachtes vom 06. bis zum 08. Dezember 2013 teil.


2 Gedanken zu “Tierische Therapeuten – Einsatz bei Behinderung und Demenz

  1. Für meine demenzkranke Mutter gehörte der wöchentliche Besuch vom Therapiehund zu den Höhepunkten ihres Lebens. Er war sicher so groß wie der auf dem Foto. Es war gerade die passende Größe um ihn vom Rollstuhl aus zu streicheln. Kaninchenbesuch und die Katze in der Wohngruppe mochte meine Mutter auch. Und auf dem nahegelegenen Tierbauernhof, der wöchentlich besucht wurde, hatte sie ihre Lieblingsziege. Mit den geschulten Therapie-Alpakas (auch sowas gibt es ) hatte sie es allerdings nicht so sehr.

    Gefällt mir

    1. Danke für deinen Kommentar.
      Es ist wirklich faszinierend, welchen Einfluss Tiere auf das menschliche Wohlbefinden haben können.
      Klingt nach einem schönen tierischen Programm, dass deine Mutter hatte. 🙂
      Mein demenzkranker Opa hat auch immer sofort auf die Hündin angesprochen, die bei meinen Großeltern lebte. Als sie starb, hat er es nicht nur sofort gemerkt, sondern es hat ihn auch sehr getroffen…

      Von den Alpakas habe ich auch schon mal gehört. Soweit ich weiß sind die aber noch nicht sooo verbreitet, oder?

      Gefällt mir

Und was ist dein (Mehr-)Blick zum Thema? Schreib es mir doch gerne in einem Kommentar! :-)

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s