Filme für Demenz-Patienten wecken Emotionen

Wer einen Menschen mit Demenz zu Hause pflegt oder auch nur regelmäßigen Kontakt mit ihm hat, wird wahrscheinlich schnell merken, dass es nicht immer leicht ist, ihn sinnvoll zu beschäftigen. Aus Hilflosigkeit und Überforderung greifen Angehörige und Pflegepersonal immer wieder zur Fernbedienung und lassen die Flimmerkiste den Rest übernehmen. Im Idealfall wird aber zumindest nach einem ansatzweise passenden Programm gesucht, beispielsweise Trickfilme für Kinder oder Tiersendungen, weil der Patient diese Art von Sendungen schon immer sehr mochte.

Filme schaffen emotionalen Zugang

Foto: Sophie Rosentreter
Sophie Rosentreter, Geschäftsführerin von Ilses weite Welt GmbH; Copyright: Maren Böttcher

Der Ansatz ist dabei gar nicht mal so falsch. Passend aufbereitet können Filme durchaus dabei helfen, Menschen mit Demenz zu entspannen oder zu unterhalten. Diese Erkenntnis machte auch Sophie Rosentreter, als ihre Großmutter an Demenz erkrankte.

Und Sophie Rosentreter beließ es nicht bei dieser Einsicht: Sie holte sich verschiedene Experten, wie Gerontologen, Therapeuten, Altenpfleger und auch Angehörige, zur Hilfe und begann mit der Produktion der ersten Demenz-Filme. Alle Bemühungen und gesammelten Erkenntnisse münden dann 2010 in der Gründung der Firma Ilses weite Welt GmbH. Entstanden ist ein ganzheitlich wirkendes, interaktives Beschäftigungskonzept, das neben Filmen auch weiteres Beschäftigungsmaterial sowie eine Anleitung beinhaltet.

In einem Videointerview auf ihrer Homepage betont Sophie Rosentreter, dass die Filme den Pflegealltag verbessern können, indem sie die Patienten öffnen und ihnen am Ende auch ein Stück weit Lebensqualität zurückbringen. Sie berichtet davon, dass Menschen mit Demenz plötzlich wieder ein Mitteilungsbedürfnis hatten. „Es ist das Größte, wenn du jemanden zum Lachen bringst. Das ist wunderschön“, sagt Sophie Rosentreter am Ende des Videos.

Tiere und Musik – alte Vertraute

Behilflich bei diesem emotionalen Zugang sind Filme mit Titeln wie „Ein Tag im Tierpark“, „Musik – gemeinsam singen“ oder „Hunde – unsere treuen Freunde“. Begleitend dazu bietet Ilses weite Welt auch Beschäftigungsmaterial an, wie etwa den Hundemuff. Er soll unter anderem die taktile Wahrnehmung anregen.

Logo: Ilses weite Welt
Copyright: Ilses weite Welt

Die Themen ihrer Filme wählt Sophie Rosentreter gezielt nach den wahrscheinlich gemachten Erfahrungen der Demenzpatienten aus. Tiere oder Musik sind dabei nicht nur deswegen geeignet, weil sie mit einer großen Wahrscheinlichkeit zum Erfahrungsschatz vieler Demenzpatienten gehören, sondern auch deswegen, weil sie Gefühle ansprechen. Sowohl Haustiere als auch bekannte Volkslieder sind in der Regel positiv emotional aufgeladen – eine perfekte Basis, um den Zugang zum Patienten zu finden.

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